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ForumsTroll



Anmeldungsdatum: 16.03.2003
Beiträge: 890

BeitragVerfasst am: 21. Apr 2012, 17:49    Titel: Antworten mit Zitat

Oberster Kommentar im Forum zum TAZ-Artikel:

http://taz.de/Missbrauchsinitiativen-gegen-Gruene-Politiker/!91680/

Im Blog von Till ging es auch noch etwas weiter (Till hat auch geantwortet):

http://blog.till-westermayer.de/index.php/2012/04/18/zitate-fischen/comment-page-1/#comment-26027
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angelwing



Anmeldungsdatum: 14.11.2002
Beiträge: 14429

BeitragVerfasst am: 21. Apr 2012, 21:56    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt auch noch andere kritische Kommentare zu Füller, zu Innocence in Danger und vor allem der Aussage von Ursula Enders:

http://draketo.de/licht/politik/kommentare/kinderschutzvereine-lasst-euch-nicht-von-innocence-danger-vereinnahmen

http://abwaschbar.wordpress.com/2012/04/19/unfasbar

Diese, angeblich von Ursula Enders getätigte Aussage, ist unbegreiflich und wäre, wenn sie tatsächlich von ihr stammen sollte, ein Schlag ins Gesicht aller Missbrauchsbetroffenen.

Zitat:
Das Betrachten der Bilder habe oft eine Traumatisierung zur Folge. Realer Missbrauch habe meistens irgendwann ein Ende, sagte Enders, “die kinderpornografischen Bilder aber lassen die Kinder nicht mehr los”.



angelwing
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angelwing



Anmeldungsdatum: 14.11.2002
Beiträge: 14429

BeitragVerfasst am: 22. Apr 2012, 16:19    Titel: Antworten mit Zitat

Nun gibt es auch bei Heise eine Diskussion zu dem Thema.

http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Die-taz-fuer-6-Monate-Vorratsdatenspeicherung/forum-227027/msg-21734531/read/


angelwing
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ForumsTroll



Anmeldungsdatum: 16.03.2003
Beiträge: 890

BeitragVerfasst am: 22. Apr 2012, 16:57    Titel: Antworten mit Zitat

Weiter verlinkt von:
http://joergrupp.de/der-dritte-streich/comment-page-1/#comment-2614

@Christian Füller

Ich verwechsle nicht hinten und vorne, sondern Ihnen ist wohl immer noch nicht klar, dass auch Missbrauchsbetroffene in der Auseinandersetzung mit den von der Medienindustrie gekaperten Kinderpornosperren diesen Begriff ('Kinderpornoleier') verstehen und richtig einordnen - nur Sie haben es nicht verstanden. Es ist von primärer Bedeutung, dass die Straftaten im Vorfeld vermieden und danach mindestens(!) aufgeklärt werden, erst sehr viel später geht es um die Löschung der Kinderporno-Dokumente.

Gerade die Verschiebung des Fokus auf die eigentlichen "Dokumente" ist ja genau das, was einige Betroffene verärgert und schockiert auf den Plan gerufen hat. Die Kinderpornosperren wären ja wirklich der Gipfel dieser Dreistigkeit gewesen: man löscht Dokumente, verhindert aber den fortgesetzten Missbrauch im Ausland nicht. Nach dem Motto: Kinder dürfen schon weiter missbraucht werden (weil da können bzw. wollen wir leider, leider nichts machen), aber wir wollen das bloß im Internet nicht sehen. Das ist genau der Auslöser der Gegenbewegung gewesen.

Daher reagieren einige mit Recht empfindlich, wenn die Kinderpornographie über den eigentlichen Kindesmissbrauch gewichtet wird - und das sollte "Kinderpornoleier" ausdrücken. Es geht auch nicht darum, dass hier irgendwem gerade unterstellt wird aktuell Kinderpornosperren zu fordern, sondern man muss diese Diskussion und ihren Verlauf kennen, um die Hintergründe zu verstehen. MOGiS hat den Kommentar von Herrn Rupp ja auch nicht falsch verstanden. Und die Kritik an der Übergewichtung von Kinderpornographie kam nicht ursprünglich von den Grünen. Um die Grünen kann es also hier mitnichten gehen.

Zum Thema Telekom und Industrie: ich hatte Ihnen angedeutet, dass man anfangs auf Kinderschutzgruppen zugegangen ist und Lehrgeld gezahlt hat. Das meinte, dass in manchen Kinderschutzgruppen Pädosexuelle Unterschlupf gefunden haben, teilweise auch Sexualstraftäter. Auch gab es Kinderschutzgruppen, die schlichtweg aus Geldmacherei gegründet wurden und sich dann der Strafverfolgung gegenüber sahen. Das hat meiner Meinung nach dazu geführt, dass man nicht mehr auf diese vielen Gruppen ohne Bedenken zugeht, sondern dass man nur solche unterstützt, die einen guten Ruf haben und transparent sind. Und wenn man sich vom DZI nicht prüfen lassen möchte, habe ich damit kein Problem, solange man selbst für Transparenz sorgt - da haperte es aber bei IiD.

Was NINA betrifft, so liegt der Schwerpunkt sowohl bei denen als auch bei IiD auf der sexuellen Belästigung etc. im Internet - der weit größere Anteil der Missbrauchsfälle geht aber ohne Internet aus dem Nahfeld der Betroffenen aus. Sich dann auf das Internet zu konzentrieren und dann nicht wenigstens kostenfrei zu informieren, kann ich nicht nachvollziehen. Und mit Sicherheit ist NINA auch nicht "die Anlaufstelle". Ich gehe davon aus, dass viele erstmal beim Kinderschutzbund anrufen würden, das hätte ich auch gemacht. Wenn Sie also von "Fakten" reden, dann liefern Sie bitte auch belastbare "Fakten" und nicht einfach irgendeinen Spruch.

Zum Thema "Visier hoch": Sie sind meiner Meinung nach noch recht jung und naiv, Herr Füller. Nur weil Sie unter Ihrem Realnamen Artikel veröffentlichen und Bücher, ist nicht das "Visier oben" - sondern man kennt einfach nur Ihren Realnamen. Sie sind außerdem nicht sonderlich zurückhaltend, ich würde also vielen nicht empfehlen, vor Ihnen das Visier hoch zu nehmen. Meiner Erfahrung nach halte ich davon auch nichts, die inhaltiche Argumentation zählt.

Aber um Sie ein wenig in Kenntnis zu setzen: wir beschäftigen uns seit Jahren mit der Mehrfrontensituation, der sich Betroffene gegenüber sehen: nämlich einerseits der Gruppe der Pädosexuellen, die sexuelle Übergriffe verharmlosen und alles zu unterwandern versuchen(teilweise mit großem Erfolg leider) wie etwa die Bürgerrechtsbewegung, die sexuelle Befreiung, die Homosexuellenbewegung, Jahrzehnte zuvor die Pädagogik und die Sexualforschung, die Kirchen usw. usf. - und andererseits den Rest der Gruppierungen, die gegen den Willen von Betroffenen deren Interessen zum eigenen Vorteil vertreten wollen wie Pseudokinderschützer, Medienindustrievertreter usw. usf. und damit den Betroffenen den Schutz vor Pädosexuellen aus der Hand schlagen.

Unser Schwerpunkt liegt in der Rückbesinnung aller dieser Diskussionen auf die fachliche bzw. wissenschaftliche Ebene (im Bereich Sexualforschung), weshalb wir insbesondere von den Pädosexuellen extrem angefeindet wurden - nichtsdestotrotz ist heute eine Trendwende in der Sexualforschung erreicht, die sich hoffentlich auch in anderen Fachdisziplinen fortsetzt. Uns sind also beispielsweise die Anfeindungen, die Sie während der Arbeit an Ihrem Buch erlebt haben, schon seit Jahren geläufig. Tatsächlich entspricht aber die Situation der Einschätzung von Dehmers, Pädosexualität ist ein vollkommen unpolitisches Problem.

Der weitere Schwerpunkt lag auf der rechtlichen Absicherung des Kinderschutzes (siehe Kinderpornosperren) und der Erläuterung der speziellen Problematik sexueller und gewalttätiger Übergriffe auf Kinder in ihrem vermeintlich geschützten Vertrauensraum. Viele Betroffene sind aus gutem Grund skeptisch gegenüber Allüberwachungsphantasien, weil diese Konzeption in ihrem Fall systematisch bereits versagt hat. Insofern beschäftigen wir uns auch mit tragfähigen Schutzkonzepten und richten uns gegen politischen Aktionismus, etwa auch rechtspraktisch unsinnige Strafverschärfungen, die zu einer Verschlechterung des Kinderschutzes führen würden. Und damit es Ihnen nicht scheinbar zu "theorielastig" ist: mit der direkten Hilfestellung bei konkreten Vorfällen im US-Internet habe ich zumindest auch schon Erfahrungen um 1998 gesammelt.

Weiter würde ich unser Visier Ihnen gegenüber nicht öffnen. Sie haben ja leider mehrfach demonstriert, dass Sie sich von Ihren Emotionen leiten lassen und über das Ziel hinaus schießen. Meiner Meinung nach, wenn ich Ihnen das sagen darf, hat Sie Ihre Arbeit an dem Buch über die Odenwaldschule emotional sehr mitgenommen - was ich auch sehr gut nachvollziehen kann. Ich denke, dass das der eigentliche Grund für Ihre Überreaktion war. Aber man ist nicht gut beraten, seine Emotionen in sich hinein zu fressen, denn dann brechen sie irgendwann in die falsche Richtung aus.
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Twister (A)



Anmeldungsdatum: 22.04.2012
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 22. Apr 2012, 19:03    Titel: Antworten mit Zitat

angelwing hat folgendes geschrieben:

Diese, angeblich von Ursula Enders getätigte Aussage, ist unbegreiflich und wäre, wenn sie tatsächlich von ihr stammen sollte, ein Schlag ins Gesicht aller Missbrauchsbetroffenen.

Zitat:
Das Betrachten der Bilder habe oft eine Traumatisierung zur Folge. Realer Missbrauch habe meistens irgendwann ein Ende, sagte Enders, “die kinderpornografischen Bilder aber lassen die Kinder nicht mehr los”.



angelwing


Wie ich auch schon bei Heise (WWWW) schrieb, hat Frau Enders die Aussagen im wesentlichen bestätig. Beim Zitat ""Kinder, die Kinder- pornografie zu sehen bekommen, sind oftmals
genauso belastet wie die unmittelbaren Opfer sexueller Gewalt" " fand sie dies für ein Zitieren in Artikel usw. "ok"

Dieses Zitat hier:
"""Das Betrachten der Bilder habe oft eine Traumatisierung zur Folge.
Realer Missbrauch habe meistens irgendwann ein Ende, sagte Enders,
“die kinderpornografischen Bilder aber lassen die Kinder nicht mehr
los”."

wurde als missverständlich bezeichnet, dann näher erläutert.
Dabei war die Argumentation wie folgt:
"Das Betrachten kinderpornografischen Bildmaterials kann für Mädchen und
Jungen gleichermaßen belastend sein, wie ein am eigenen Leib erlebter
sexueller Missbrauch (Fachbegriff: Traumatisierung durch Zeugenschaft
sexualisierter Gewalt). Oftmals verfolgen die Bilder die kindlichen
Zeugen über Jahre, sie bleiben vor ihrem inneren Auge unverändert
stehen. Für einige Kinder und Jugendliche ist es leichter, reale
sexualisierte Gewalterfahrungen zu verarbeiten, als die Traumatisierung
durch das Betrachten des Bildmaterials - sie leiden zum Beispiel unter
dem Schuldgefühl, dass sie dem missbrauchten Kind auf dem Bildmaterial
nicht helfen konnten. "

Den Fachbegriff habe ich bisher nicht im Netz finden können, ich werde mal versuchen, Charite usw. danach zu fragen.
Es wrude ein Fall aus der eigenen Erfahrung mit einem Opfer als Erläuterung gegeben.

Imho hält dies einer wissenschaftlichen Betrachtung nicht stand.
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ForumsTroll



Anmeldungsdatum: 16.03.2003
Beiträge: 890

BeitragVerfasst am: 22. Apr 2012, 22:33    Titel: Antworten mit Zitat

Frau Enders sitzt da einem Trugschluss auf.

Wenn jemand sexuelle Gewalt oder andere Dinge erlebt, die ein schweres Trauma auslösen, dann schaltet währenddessen die Psyche die emotionale Wahrnehmung deutlich herunter - das ist ein Schutzverhalten. In einer Notsituation ist es wichtig, einen klaren Kopf zu behalten, also wird dafür gesorgt, dass der Kopf klar bleibt. Bekannter ist ein anderer Mechanismus, der auch den Kopf klar halten soll: das Ausschütten von Adrenalin, um die Schmerzempfindung zu blockieren.

Leider verhält es sich mit den Emotionen nicht wie mit den Schmerzen, die durch Adrenalin abgeschaltet werden. Solche Schmerzen gehen einfach verloren, wenn das Adrenalin aufgebraucht ist und die Verletzung noch besteht, dann spürt der Betroffene auch die Schmerzen. Emotionen dagegen werden im Gedächtnis vor dem Bewusstsein versteckt, sie werden nicht verworfen sondern aufgehoben.

Wer also eine traumatisierende Situation erlebt, sagt häufig, dass er eigentlich ganz gut durchgekommen ist, was ihn selbst auch erstaunt - aber er denkt nicht weiter darüber nach. Leider hält dieser Zustand nicht ewig an. Die versteckten Emotionen sind sehr stark, was zwangsläufig dazu führt, dass der dem Menschen zur Verfügung stehende Verdrängungsmechanismus (der für normale Situationen gut funktioniert) irgendwann deutlich überfordert ist.

Wenn so jemand nun ein Bild betrachtet, das sexuelle Gewalt zeigt, dann kann das eine Selbstidentifikationserkenntnis auslösen: derjenige sieht von außen quasi auf das, was ihm passiert ist und identifiziert sich in der Situation - er kann seinen Blick quasi nicht mehr von dem abwenden, was geschehen ist, seine Verdrängung funktioniert nicht mehr. Das Unterbewusstsein schiebt dann die verdrängten Emotionen wieder in Richtung Bewusstsein, und das ist natürlich subjektiv sehr schmerzhaft. Subjektiv fühlt sich das so an, als sei der Moment der Erkenntnis das eigentlich Schmerzhafte, während man die Gewalt ja nur gedämpft erlebte. Tatsächlich sind die jetzt empfundenen Emotionen aber diejenigen, die damals während des Gewalterlebnisses entstanden sind.

Nun waren und sind manche Therapeuten auch der Ansicht, dieses Zurückkommen der Traumaerfahrung ließe sich vermeiden, wenn man einfach in Ruhe vor sich hin lebt und nicht an der Verdrängung herumrührt. Leider ist das falsch, zwar ist es individuell verschieden, wie gut oder wie lange man verdrängen kann, aber irgendwann wird das Unterbewusstsein die Emotionen wieder hervor holen, damit sie verarbeitet werden. Die typische Verarbeitungsphase ist normalerweise im Schlaf, entsprechend werden traumatische Erlebnisse dann irgendwann in Alpträumen auftauchen - und genau das beobachtet man auch.

Und auch bzgl. der Träume sagen dann Betroffene häufig, dass sie ihnen subjektiv viel schlimmer vorkommen als das damalige Erlebnis. Es ist aber falsch als Therapeut dann zu denken, dass die Träume schlimmer "sind" als das Gewalterlebnis, das ist ja ein und dasselbe. Wenn also ein Betroffener Bilder betrachtet, dann kann das nicht unabhängig von seinem Gewalterlebnis betrachtet werden.

(Anmerkung: das heißt natürlich nicht, dass man Trauma-Erinnerungen einfach an die Oberfläche reißen sollte. Vielmehr muss der Betroffene selber die Kontrolle behalten und sollte dann auf den Therapeuten zugreifen können bei Bedarf. Der Therapeut kann und darf nicht selber eigenmächtig einfach entscheiden, was gut für den Betroffenen ist und was nicht.)
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ForumsTroll



Anmeldungsdatum: 16.03.2003
Beiträge: 890

BeitragVerfasst am: 23. Apr 2012, 00:06    Titel: Antworten mit Zitat

Ehrlich gesagt, bin ich da schon ziemlich bestürzt über die Aussage. Wie kann man denn wirklich denken, dass das Betrachten eines Bildes gleichermaßen schlimm sein kann wie ein selbsterfahrenes Gewalterlebnis - das ist doch wirklich völliger Unfug. Da muss man doch selber draufkommen, dass das nicht stimmen kann. Ich kenne auch keine derartigen Behauptungen aus der Psychologie.
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Twister (A)



Anmeldungsdatum: 22.04.2012
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 23. Apr 2012, 00:26    Titel: Antworten mit Zitat

ForumsTroll hat folgendes geschrieben:
Ehrlich gesagt, bin ich da schon ziemlich bestürzt über die Aussage. Wie kann man denn wirklich denken, dass das Betrachten eines Bildes gleichermaßen schlimm sein kann wie ein selbsterfahrenes Gewalterlebnis - das ist doch wirklich völliger Unfug. Da muss man doch selber draufkommen, dass das nicht stimmen kann. Ich kenne auch keine derartigen Behauptungen aus der Psychologie.


Ich bin über diese Aussage dermaßen erschrocken und wütend gewesen, dass ich hier seit langer Zeit eben diese Info auch weitergeben wollte. Ich hoffte, es wäre ein falsches Zitat gewesen und die Antwort von ZB war für mich so bestürzend, dass ich bisher nicht mal den geplanten Artikel hinbekomme, weil ich so wütend und entsetzt bin.

Die Idee, dass ein am eigenen Körper erlebtes Gewalterlebnis gleichzusetzen oder so gar als weniger schlimm zu bewerten ist wie das Bild eines Gewalterlebnisses eines anderen Menschen ist für mich so absurd und auch ein solcher Schlag für die Opfer von selbst erlebter Gewalt, dass ich da kaum Worte finde um darüber zu schreiben ohne laut zu werden und daher die ruhigen Worte,die erwartet werden, ad acta zu legen.

Das Ganze wurde ja damit begründet, dass mal ein Opfer sexueller Gewalt sich jetzt von dem Täter innerhalb der Familie abgrenzen konnte, aber meinte, schlimmer wäre gewesen, dass sie auch Kinderpornographie ansehen musste, das hätte sie noch immer vor Augen.

Sorry, aber da frage ich mich, wieviel Expertise vorhanden ist. Eine Menge Opfer sexueller Gewalt, die ich kenne, grenzt sich vom Täter ab, spielt ihn als "ach, war eigentlich doch lieb und hatte bestimmt auch Probleme" runter oder sagt "na ja, schlimmer fand ich xy". Da werden dann teilweise die schrägsten Dinge viel schlimmer angegeben - dass es nie ein gemeinsames Abendessen gab; dass er nach der Tat immer so nach Knoblauch roch oder was weiß ich.

Ein Mädchen, mit dem ich einst gemeinsam in Therapie war, sagte immer, die Vergewaltigung wäre gar nicht so schlimm gewesen, da hätte sie einfach vor sich hin geträumt nach dem ersten Mal, aber dass er so viele Haare gehabt hätte, die kratzen, das wäre übel gewesen.

Ein Therapeut, der imho nur ein wenig Wissen hat, weiß aber, dass oft genug das Erlebte so heruntergespielt wird (ach, was nicht so schlimm) und dass es auch nichts hilft, das Ganze mit Gewalt nach oben zu schaufeln, dennoch wird er nicht annehmen, dass kratzende Körperbehaarung tatsächlich schlimmer war als die sexuelle Gewalt.


Wenn Menschen Gewalt erleben, egal welcher Art, und sie andere sehen, die auch Gewalt erleben, dann ist sicher oft auch der Punkt "niemand konnte mir helfen, ich konnte dem auch nicht helfen" vorhanden, aber trotzdem ist imho die eigene erlebte Gewalt einfach nicht mit dem Ansehen von Bildern, egal welcher Art zu vergleichen.

Und wie gesagt: der Fachbegriff sagt mir auch nichts, ich hätte erwartet, wenigstens bei Google un Co was zu finden.
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ForumsTroll



Anmeldungsdatum: 16.03.2003
Beiträge: 890

BeitragVerfasst am: 23. Apr 2012, 01:50    Titel: Antworten mit Zitat

Wobei sie ja hätte merken müssen, dass diese Handlung (dass sich das Mädchen Kinderpornographie ansehen musste), als Demütigungshandlung zum übergriffigen Verhalten und damit zur sexuellen Gewalt dazugehört. Ich verstehe schon nicht, dass sie das gar nicht realisiert. Es gibt ja viele Übergriffssituationen, in denen Betroffene sich einer ganzen Palette an irrational-psychopathischen Auswüchsen des Täters gegenüber sehen - die kann man jedenfalls nicht einfach voneinander trennen.

Dass sie allerdings nach so langer Zeit immer noch nicht verstanden hat, dass die vermeintlich schnelle Abgrenzung vom Täter ein Schutzverhalten und keine Tatsache ist, ist schon wirklich ein ganz, ganz übler Fehlgriff.

Und dann interpretiert sie einfach völlig oberflächlich munter drauf los.

Als Diplom-Pädagogin fehlt es ihr da allerdings an Hintergrund, und das merkt man ja jetzt auch überdeutlich. Ich hoffe nur, sie verweist die Leute möglichst schnell an professionelle Hilfe. So ein richtig gutes Gefühl habe ich da allerdings nicht, wenn sie sowas in einem Buch raushaut. Ich verstehe auch nicht, warum sie da nicht mal lieber einen Fachmann zu Rate zieht, sie hat ja nun von Psychologie offensichtlich überhaupt keinen Plan.

Zum Begriff "Traumatisierung durch Zeugenschaft sexualisierter Gewalt" kann ich noch sagen, dass da große Unterschiede zwischen einer "Zeugenschaft" (Anwesenheit bei einem realen Geschehnis) und dem Betrachten von Abbildungen liegen, schon das ist absolut überhaupt nicht dasselbe und vollkommen unvergleichbar. Auch da geht ihre Schlussfolgerung fehl, indem sie das einfach gleichsetzt - und dann genau falsch herum: die reale Zeugenschaft ist tatsächlich um ein Vielfaches problematischer als die Betrachtung von Bildern.

Ich frage mich, was die eigentlich bei White IT verteilen an die Leute... das ist doch wirklich nur noch unfassbar.
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angelwing



Anmeldungsdatum: 14.11.2002
Beiträge: 14429

BeitragVerfasst am: 10. Mai 2012, 23:07    Titel: Antworten mit Zitat

Die Welt

http://www.welt.de/vermischtes/article106285785/Frau-Guttenberg-wuerde-wieder-Kinderschaender-jagen.html

Frau Guttenberg würde wieder Kinderschänder jagen

Zitat:
"Deutschland ist im Kinderschutz immer noch Entwicklungsland", schimpft die Präsidentin der Kinderschutzorganisation "Innocence in Danger". Sie selbst würde deshalb wieder im Fernsehen Täter entlarven.
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angelwing



Anmeldungsdatum: 14.11.2002
Beiträge: 14429

BeitragVerfasst am: 22. Aug 2012, 22:31    Titel: Antworten mit Zitat

TAZ

http://www.taz.de/Sexuelle-Gewalt/!100096/

Wir, das Täterumfeld
Täglich landet ein neuer Fall sexualisierter Gewalt vor Gericht: Das ist kein Sommerthema, sondern ein sozialer Tatbestand – den es zu verstehen gilt.von Christian Füller

Zitat:
Er traue ihm die Taten bis heute nicht zu, sagt etwa der Vorsitzende des Segelclubs über jenen Trainer, der in mindestens acht Fällen Mädchen zwischen 11 und 14 Jahren missbraucht haben soll. Er möchte nicht vorverurteilen, sagt der Vereinschef. Der Trainer habe immer sehr engagiert gearbeitet. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, tue es ihm um die Kinder leid.

Das ist die typische und irgendwie auch verständliche Reaktion. Aber sie ist eine zweite schwere Attacke auf die Opfer. Denn sie, denen etwas Schreckliches widerfahren ist, erleben Solidarität – mit dem Täter. Nur wenn es tatsächlich so gewesen sein soll, dann, nur dann tut es uns auch für sie leid.
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angelwing



Anmeldungsdatum: 14.11.2002
Beiträge: 14429

BeitragVerfasst am: 03. Sep 2012, 23:14    Titel: Antworten mit Zitat

TAZ

http://www.taz.de/Missbrauch-an-Bonner-Schule/!100902/

Missbrauch an Bonner Schule
„Pater Pädo“ als Seelsorger

Zitat:
Ein Pater verabreicht in Bonn Poklapse und Zäpfchen an Schüler. Die Staatsanwaltschaft erkennt darin kein sexuelles Motiv, die Schule mogelt sich in die Normalität zurück.von Christian Füller
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angelwing



Anmeldungsdatum: 14.11.2002
Beiträge: 14429

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2013, 23:20    Titel: Antworten mit Zitat

Spiegel online

http://www.spiegel.de/panorama/leute/stephanie-zu-guttenberg-hoert-bei-kinderschutzverein-auf-a-884157.html

Kinderschutzverein: Stephanie zu Guttenberg hört auf

Zitat:
Als Kinderschützerin trat sie auch im Fernsehen auf, jetzt will sich Stephanie zu Guttenberg vom Verein Innocence in Danger zurückziehen. Sie gibt ihren Posten als Präsidentin der Kinderschutzorganisation auf. Gründe für die Entscheidung nannte sie nicht.
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